Silikonfugen erneuern: Wann es Zeit ist und wie es richtig gemacht wird
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Silikonfugen in Bad und Küche sind unscheinbar, haben aber eine wichtige Aufgabe: Sie dichten die Übergänge zwischen Wanne, Dusche, Lavabo und Wand ab. Werden sie undicht, kann Wasser hinter die Platten gelangen — mit Schimmel oder Feuchteschäden als Folge. Hier erfahren Sie, woran Sie erkennen, dass Fugen erneuert werden müssen, wie oft das nötig ist und worauf es bei der Ausführung ankommt.
Silikonfugen sind Wartungsfugen
Im Gegensatz zu Zementfugen zwischen den Platten sind Silikonfugen elastisch. Sie sitzen dort, wo sich Bauteile unterschiedlich bewegen: zwischen Wanne und Wand, in Ecken, bei Bodenanschlüssen. Diese Bewegung, dazu Feuchtigkeit, Wärme und Reinigungsmittel, setzt dem Material mit der Zeit zu. Fachleute sprechen deshalb von Wartungsfugen. Sie sind also bewusst nicht für die Ewigkeit gemacht, sondern als Verbindung, die Bewegungen aufnimmt und dafür regelmässig ersetzt wird.
Wartungsfuge bedeutet: Die Fuge muss regelmässig kontrolliert und bei Bedarf erneuert werden. Ein Garantiefall ist eine gealterte Silikonfuge in der Regel nicht, sondern normaler Unterhalt. Wer die Fugen im Auge behält und rechtzeitig ersetzt, schützt den Untergrund und vermeidet deutlich teurere Folgeschäden an Platten, Wänden oder sogar in der darunterliegenden Wohnung. Gerade in Mehrfamilienhäusern kann ein unbemerkter Wasserschaden schnell mehrere Parteien betreffen.
Woran Sie erkennen, dass die Fugen erneuert werden müssen
Das häufigste Zeichen sind schwarze oder graue Punkte und Ränder: Schimmel, der sich in die Oberfläche oder sogar unter das Silikon gesetzt hat. Lässt er sich mit Reinigungsmitteln nicht mehr entfernen, ist er meist tief eingedrungen. Dann hilft nur noch das Ersetzen der Fuge. Gelbliche Verfärbungen sind oft harmloser, deuten aber ebenfalls auf eine alternde Fuge hin. Schimmel in Fugen ist zudem nicht nur ein optisches Problem, sondern kann in Innenräumen auch die Luftqualität beeinträchtigen.
Kritischer sind Risse, Lücken und Stellen, an denen sich das Silikon von der Wanne oder den Platten löst. Hier kann Wasser direkt hinter die Fuge gelangen. Prüfen Sie mit dem Fingernagel, ob die Fuge noch fest haftet und elastisch ist. Hart gewordenes, sprödes Silikon erfüllt seine Aufgabe nicht mehr zuverlässig. Kontrollieren Sie besonders die Fugen am Boden der Dusche und entlang der Wanne, denn dort steht das Wasser am längsten.
- Schimmel, der sich nicht mehr wegputzen lässt
- Risse, Löcher oder Lücken in der Fuge
- Abgelöste Ränder an Wanne, Dusche oder Platten
- Hartes, sprödes Material statt elastischer Fuge
- Feuchte Stellen, Verfärbungen oder lose Platten in der Nähe
Wie oft sollten Silikonfugen erneuert werden?
Eine feste Zahl gibt es nicht, denn die Lebensdauer hängt stark von der Nutzung ab. In einer täglich genutzten Dusche altern Fugen schneller als bei einem selten genutzten Gäste-WC. Gutes Lüften, das Abziehen von Wasser nach dem Duschen und milde Reinigungsmittel verlängern die Lebensdauer deutlich. Auch regelmässiges Trocknen der Fugen mit einem Tuch oder Gummischaber verhindert, dass sich Feuchtigkeit und Seifenreste festsetzen.
Als grober Richtwert halten Silikonfugen in Bädern häufig einige Jahre, unter günstigen Bedingungen auch länger. Wichtiger als das Alter ist der Zustand: Kontrollieren Sie die Fugen einmal im Jahr, zum Beispiel beim Frühjahrsputz. Sobald die genannten Anzeichen auftreten, sollten Sie nicht lange warten. Wer Fugen frühzeitig erneuert, spart sich in der Regel aufwendige Sanierungen an Platten oder Untergrund.
Warum Überstreichen und Übersilikonieren nicht funktioniert
Es ist verlockend, eine unschöne Fuge einfach mit einer neuen Silikonschicht zu überdecken. Das hält aber nicht: Neues Silikon haftet schlecht auf altem Silikon, und der Schimmel darunter bleibt bestehen. Nach kurzer Zeit löst sich die neue Schicht, und die Verfärbung schimmert wieder durch. Zudem entstehen Hohlräume, in denen sich Feuchtigkeit sammelt. Was zunächst nach einer schnellen Lösung aussieht, verursacht später meist mehr Arbeit, weil zwei Schichten entfernt werden müssen.
Auch Überstreichen ist keine Lösung. Silikon lässt sich in der Regel nicht dauerhaft überstreichen, die Farbe blättert ab oder reisst, sobald sich die Fuge bewegt. Der einzig nachhaltige Weg ist, die alte Fuge vollständig zu entfernen, den Untergrund gründlich zu reinigen und zu trocknen und dann neu zu verfugen. Nur so haftet das neue Silikon zuverlässig, und die Fuge kann ihre Aufgabe wieder für einige Jahre erfüllen.
Selbst machen oder Fachbetrieb?
Wer handwerklich geschickt ist, kann einzelne Fugen selbst erneuern. Entscheidend ist die Vorbereitung: altes Silikon restlos entfernen, ohne Wanne oder Platten zu zerkratzen, Rückstände lösen, den Untergrund desinfizieren und vollständig trocknen lassen. Danach wird ein geeignetes Sanitärsilikon mit Schimmelschutz gleichmässig eingebracht und sauber abgezogen. Planen Sie mehr Zeit ein, als Sie denken: Das Entfernen der alten Fuge dauert oft länger als das Neuverfugen selbst.
Ein Fachbetrieb lohnt sich, wenn mehrere Fugen betroffen sind, wenn sich Schimmel tief eingenistet hat oder wenn ein gleichmässiges, sauberes Fugenbild wichtig ist, etwa vor einer Wohnungsabgabe. Profis erkennen zudem, ob hinter der Fuge bereits Feuchtigkeit eingedrungen ist und weitere Massnahmen nötig sind. Sie arbeiten mit passendem Werkzeug, wählen die Fugenfarbe passend zum Bestand und ziehen die Fuge in gleichmässiger Breite ab.
Aushärtezeit: Wann Sie wieder duschen können
Silikon bildet nach kurzer Zeit eine Haut an der Oberfläche, härtet aber von aussen nach innen langsam durch. Bis eine Fuge belastbar ist, dauert es in der Regel rund 24 Stunden, bei dicken Fugen oder kühler Raumtemperatur auch länger. Beachten Sie die Angaben des Herstellers. Vorher sollte die Fuge vor allem vor Wasser, aber auch vor Druck und Reibung geschützt werden.
In dieser Zeit sollte die Fuge nicht mit Wasser in Kontakt kommen. Lüften Sie den Raum gut, damit das Silikon aushärten kann. Planen Sie die Erneuerung deshalb so, dass Sie Dusche oder Wanne einen Tag lang nicht benutzen müssen — oder weichen Sie auf ein zweites Bad aus. Wer zu früh duscht, riskiert, dass sich die Fuge verformt oder schlecht haftet und bald wieder erneuert werden muss.