Ratgeber

Maler Kosten: Was kostet es, die Wohnung streichen zu lassen?

· 7 Min. Lesezeit · NK Allround Services

Wer seine Wohnung streichen lassen möchte, erhält von Malerbetrieben oft Offerten, die auf den ersten Blick kaum vergleichbar sind. Die einen rechnen pro Quadratmeter, die anderen pro Zimmer oder nach Stunden. Dahinter stehen dieselben Faktoren: Fläche, Zustand der Wände, Farbwahl und der Aufwand für Vorbereitung und Abdecken. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wovon die Kosten für den Maler abhängen, worauf Sie bei einer Offerte achten sollten und wer in einer Mietwohnung beim Auszug für den Anstrich aufkommt.

Fläche und Raumhöhe: die Grundlage jeder Malerofferte

Gestrichen werden nicht Bodenflächen, sondern Wand- und Deckenflächen. Ein Zimmer mit 20 m² Boden hat je nach Raumhöhe und Grundriss deutlich mehr Wandfläche, als viele vermuten. Fenster und Türen werden teilweise abgezogen, dafür kommen Leibungen, Nischen und Dachschrägen hinzu. Altbauwohnungen mit hohen Decken oder Räume unter dem Dach brauchen zudem Gerüstböcke oder Leitern, was die Arbeit verlangsamt. Je genauer Sie Raumhöhe und Besonderheiten angeben, desto verlässlicher wird der Preis.

Für eine erste Einschätzung genügen meist die Zimmerzahl, die ungefähre Bodenfläche pro Raum und die Raumhöhe. Fotos aller Räume helfen zusätzlich, denn sie zeigen Stuck, Täfer, Einbauschränke oder verwinkelte Ecken, die beim Abkleben Zeit kosten. Eine leere Wohnung lässt sich schneller streichen als eine bewohnte, in der Möbel zusammengeschoben und abgedeckt werden müssen. Ideal ist deshalb ein Termin vor dem Einzug oder nach dem Auszug, wenn die Räume noch leer sind.

Zustand der Wände: Spachteln, Risse und Flecken

Ein guter Anstrich ist nur so gut wie seine Vorbereitung. Dübellöcher, Risse, abgeplatzte Stellen und Unebenheiten müssen gespachtelt und geschliffen werden, bevor gestrichen wird. Bei wenigen kleinen Löchern ist das schnell erledigt, bei vielen Bohrlöchern, alten Tapetenresten oder grösseren Schäden steigt der Aufwand deutlich. Auch Wasserflecken, Nikotin oder Russ müssen vorbehandelt werden, sonst schlagen sie durch die neue Farbe durch und bleiben sichtbar.

Ein weiterer Punkt ist der Untergrund. Rauputz, Abrieb, Glasfasertapete oder glatter Weissputz nehmen Farbe unterschiedlich auf und brauchen teilweise einen Voranstrich. Kreidende oder stark saugende Wände werden grundiert, damit die Farbe haftet und gleichmässig deckt. Seriöse Malerbetriebe sehen sich den Zustand deshalb vor der Offerte an oder bitten um Fotos bei Tageslicht. So lässt sich verhindern, dass sich erst am Arbeitstag zeigt, dass deutlich mehr Vorbereitung nötig ist als gedacht.

Farbwechsel, Decken und Lackierarbeiten

Weiss auf Weiss ist der einfachste Fall: Oft genügen ein bis zwei Anstriche, um die Wand aufzufrischen. Anders bei einem Farbwechsel. Wer eine dunkle Wand wieder hell haben möchte oder einen kräftigen Farbton wählt, braucht häufig einen zusätzlichen Anstrich, manchmal auch einen Voranstrich. Das kostet Material und Arbeitszeit. Geben Sie deshalb den gewünschten Farbton, etwa als NCS- oder RAL-Code, schon bei der Anfrage an, damit er in der Offerte berücksichtigt wird.

Decken sind aufwendiger als Wände, weil über Kopf gearbeitet wird und im Streiflicht jede Unregelmässigkeit sichtbar ist. Sie werden deshalb oft separat ausgewiesen. Lackierarbeiten an Türen, Zargen, Fensterrahmen, Heizkörpern oder Sockelleisten sind eine eigene Disziplin: Sie müssen geschliffen, gereinigt und in mehreren Schichten lackiert werden. Diese Arbeiten werden meist pro Stück oder nach Aufwand verrechnet und sind in einfachen Wand-Paketen in der Regel nicht enthalten.

  • Wand- und Deckenfläche, Raumhöhe, Dachschrägen
  • Zustand: Löcher, Risse, Flecken, Tapetenreste
  • Untergrund und allfällige Grundierung
  • Farbwechsel oder kräftige Wunschfarbe
  • Decken separat oder inbegriffen
  • Lackieren von Türen, Rahmen und Heizkörpern
  • Abdecken und Möbel verschieben in bewohnten Räumen

Festpreis, Preis pro m² oder Stundenansatz?

Ein Preis pro Quadratmeter wirkt transparent, ist aber nur vergleichbar, wenn klar ist, welche Fläche gemeint ist: Bodenfläche oder effektiv gestrichene Wand- und Deckenfläche. Zudem fragt sich, ob Vorbereitung, Abdecken und Material im m²-Preis enthalten sind oder separat dazukommen. Zwei Angebote mit ähnlichem m²-Preis können am Ende deshalb sehr unterschiedlich ausfallen. Fragen Sie im Zweifel nach, wie viele Quadratmeter der Anbieter gemessen hat.

Beim Festpreis wissen Sie vor Arbeitsbeginn, was der Auftrag kostet. Das Risiko, dass es länger dauert, trägt der Malerbetrieb. Voraussetzung ist eine klare Beschreibung von Räumen, Zustand und Farbe. Die Abrechnung nach Stunden eignet sich eher für kleine Ausbesserungen oder Arbeiten, deren Umfang sich schwer abschätzen lässt. Wichtig ist bei beiden Varianten, dass Mehraufwand vor Ort zuerst mit Ihnen besprochen und erst nach Ihrer Zustimmung ausgeführt wird.

Was eine gute Maler-Offerte enthält

Eine aussagekräftige Offerte listet die Räume einzeln auf und nennt, was genau gestrichen wird: Wände, Decken, allenfalls Türen oder Heizkörper. Sie hält fest, wie viele Anstriche vorgesehen sind, welche Farbe und welcher Farbton verwendet werden und ob Spachteln, Grundieren und Abdecken inbegriffen sind. Auch Material, Anfahrt und das Wegräumen am Schluss sollten erwähnt sein. Je konkreter die Offerte, desto weniger Raum bleibt für Missverständnisse.

Achten Sie zudem auf Angaben zu Termin und Dauer, zur Zahlungsweise und dazu, wie mit Mehraufwand umgegangen wird. Vergleichen Sie Offerten nicht nur über den Endbetrag, sondern Punkt für Punkt über den Leistungsumfang. Ein günstiger Preis ohne Abdecken oder mit nur einem Anstrich kann am Ende teurer werden, wenn nachgebessert werden muss. Unsere Festpreis-Pakete für häufige Arbeiten wie ein Zimmer streichen finden Sie auf der Seite Wohnung streichen.

  • Räume und Flächen einzeln aufgeführt
  • Anzahl Anstriche, Farbart und Farbton
  • Spachteln, Schleifen, Grundieren und Abdecken
  • Material, Anfahrt und Aufräumen
  • Termin, Dauer und Regelung für Mehraufwand

Mietwohnung: Wer zahlt den Anstrich beim Auszug?

In einer Mietwohnung stellt sich beim Auszug oft die Frage, ob Sie die Malerkosten selbst tragen müssen. Grundsätzlich gilt: Normale Abnützung ist mit dem Mietzins abgegolten. Leicht vergilbte Wände oder Schatten hinter Möbeln müssen Sie in der Regel nicht beheben. Haften müssen Mieter nur für übermässige Abnützung oder Schäden, etwa starke Nikotinverfärbungen, Kritzeleien oder selbst gestrichene, farbige Wände ohne Zustimmung der Vermieterschaft.

Selbst dann zahlen Sie nicht den vollen Preis eines Neuanstrichs, sondern nur den Zeitwert. In der Praxis wird dafür die paritätische Lebensdauertabelle herangezogen, die für einen Wandanstrich je nach Farbart typischerweise rund acht bis zehn Jahre vorsieht. Ist der letzte Anstrich älter, ist er rechnerisch abgeschrieben. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zum Streichen beim Auszug. Wir geben hier allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung; im Zweifel hilft der Mieterverband weiter.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Rechnen Maler nach Bodenfläche oder nach Wandfläche?+

Das ist unterschiedlich. Viele Betriebe rechnen nach effektiv gestrichener Wand- und Deckenfläche, andere pro Zimmer oder als Paket. Fragen Sie nach, welche Fläche gemeint ist, bevor Sie Preise vergleichen.

Ist ein Farbwechsel teurer als Weiss auf Weiss?+

In der Regel ja. Dunkle oder kräftige Farbtöne brauchen oft einen zusätzlichen Anstrich, manchmal auch einen Voranstrich. Geben Sie den Farbton deshalb schon bei der Anfrage an.

Muss ich die Wohnung für den Maler leer räumen?+

Nicht unbedingt. Möbel können in die Raummitte geschoben und abgedeckt werden. Eine leere Wohnung lässt sich aber schneller streichen, was sich auf den Aufwand auswirkt.

Muss ich als Mieter beim Auszug den Maler bezahlen?+

Nur bei übermässiger Abnützung oder Schäden, und auch dann höchstens anteilig nach dem Zeitwert des Anstrichs. Normale Abnützung ist mit dem Mietzins bezahlt.