Ratgeber

Fenster putzen ohne Streifen: So werden Ihre Scheiben richtig klar

· 6 Min. Lesezeit · NK Allround Services

Kaum sind die Fenster geputzt, zeigen sich im Gegenlicht Schlieren und Streifen. Das ist ärgerlich, lässt sich aber mit der richtigen Technik weitgehend vermeiden. Entscheidend sind das Wetter, das passende Werkzeug, wenig Reinigungsmittel und eine sinnvolle Reihenfolge. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Fenster streifenfrei putzen, wie Sie Rahmen, Falze, Storen und Sprossen mitnehmen und wann es sicherer ist, eine Fensterreinigung zu beauftragen.

Das richtige Wetter: nicht in der prallen Sonne

Der häufigste Grund für Streifen ist Sonne. Scheint sie direkt auf die Scheibe, trocknet das Putzwasser, bevor Sie es abziehen können, und hinterlässt Ränder und Schlieren. Ideal ist deshalb ein bewölkter, trockener Tag ohne starken Wind. Wenn die Sonne scheint, putzen Sie die Fenster dann, wenn sie auf der jeweiligen Hausseite gerade im Schatten liegen, etwa die Südseite am frühen Morgen oder am späten Nachmittag.

Auch Frost und Regen sind ungünstig. Bei Minustemperaturen kann das Wasser auf der Scheibe gefrieren, und bei Regen sind die Fenster aussen gleich wieder verschmutzt. Viele putzen ihre Fenster deshalb im Frühling, wenn die Pollenzeit vorbei ist, und im Herbst. Fenster an stark befahrenen Strassen oder in der Nähe von Baustellen verschmutzen schneller und brauchen häufiger eine Reinigung als Fenster zu einem ruhigen Garten.

Mittel und Werkzeug: weniger ist mehr

Für normal verschmutzte Fenster genügt lauwarmes Wasser mit wenigen Tropfen Geschirrspülmittel oder einem milden Glasreiniger. Zu viel Mittel ist kontraproduktiv, denn die Rückstände bilden genau die Schlieren, die Sie vermeiden möchten. Verzichten Sie auf Scheuermittel, Stahlwolle oder kratzende Schwämme: Sie hinterlassen feine Kratzer im Glas und können Beschichtungen beschädigen. Wechseln Sie das Wasser, sobald es trüb wird.

Das wichtigste Werkzeug ist ein guter Fensterabzieher mit sauberer, unbeschädigter Gummilippe. Dazu kommen ein Einwascher oder ein Schwamm zum Auftragen, ein Mikrofasertuch für Ränder und Ecken sowie ein trockenes, fusselfreies Tuch zum Nachpolieren. Für grosse Flächen oder höhere Fenster hilft ein Teleskopstiel. Waschen Sie Mikrofasertücher ohne Weichspüler, sonst nehmen sie Wasser schlechter auf und verschmieren das Glas.

Die Technik: so ziehen Sie streifenfrei ab

Waschen Sie die Scheibe zuerst gründlich ein, damit sich der Schmutz löst. Setzen Sie den Abzieher dann oben an und ziehen Sie in einer Bahn nach unten, mit leichtem, gleichmässigem Druck. Wischen Sie die Gummilippe nach jeder Bahn mit einem Tuch ab, damit kein Schmutz zurück auf die Scheibe gelangt. Die nächste Bahn überlappt die vorherige um einige Zentimeter. Geübte Fensterputzer arbeiten in einer S-Bewegung, ohne den Abzieher abzusetzen.

Bleiben am Rand oder in den Ecken Wassertropfen zurück, tupfen Sie diese mit einem trockenen Mikrofasertuch ab, statt darüber zu reiben. Kontrollieren Sie das Ergebnis im Gegenlicht oder aus einem schrägen Blickwinkel, dann sehen Sie Streifen am besten. Wenn Sie innen waagrecht und aussen senkrecht abziehen, erkennen Sie bei verbleibenden Streifen sofort, auf welcher Seite der Scheibe sie sind.

  • Grobschmutz und Spinnweben zuerst trocken entfernen
  • Rahmen vor dem Glas reinigen
  • Scheibe mit Einwascher oder Schwamm einwaschen
  • Von oben nach unten abziehen, Gummilippe nach jeder Bahn abwischen
  • Ränder mit trockenem Mikrofasertuch abtupfen
  • Im Gegenlicht kontrollieren und nachpolieren

Rahmen, Falze und Sprossen nicht vergessen

Ein sauberes Glas in einem schmutzigen Rahmen wirkt nicht sauber. Reinigen Sie deshalb zuerst Rahmen, Falze und Dichtungen und erst danach die Scheibe. So tropft kein Schmutzwasser mehr auf das frisch geputzte Glas. In den Falzen, also den Vertiefungen zwischen Flügel und Rahmen, sammeln sich Staub, Insekten und Laub. Ein Pinsel oder ein Staubsauger mit Fugendüse löst den groben Schmutz, danach wischen Sie feucht nach.

Dichtungen reinigen Sie mit einem milden Reiniger und einem weichen Tuch, ohne scharfe Mittel, die das Material angreifen. Auch die Fensterbänke innen und aussen gehören dazu. Bei Sprossenfenstern ist Geduld gefragt: Jedes Feld wird einzeln gereinigt, ein grosser Abzieher hilft hier wenig. Ein kleiner Abzieher oder ein gut ausgewrungenes Mikrofasertuch eignet sich besser. Bei aufgeklebten Sprossen arbeiten Sie vorsichtig, damit sie sich nicht lösen.

Storen, Lamellen und Rollläden

Wer Fenster putzt, sollte die Storen nicht vergessen. Lamellenstoren sammeln über Monate Staub, Russ und Spinnweben, die bei feuchtem Wetter haften bleiben. Werden sie nach den Fenstern gereinigt, rieselt der Schmutz auf das frisch geputzte Glas. Reinigen Sie die Storen deshalb zuerst. Lassen Sie sie dafür ganz herunter und stellen Sie die Lamellen geschlossen, dann können Sie sie mit einem feuchten Tuch oder einer speziellen Lamellenbürste abwischen.

Achten Sie darauf, die Aufzugsbänder und die Mechanik nicht zu beschädigen, und arbeiten Sie nicht zu nass. Auch die Führungsschienen verdienen einen Blick. Rollläden reinigen Sie in heruntergelassenem Zustand über die ganze Fläche. Stoffmarkisen werden in der Regel nur trocken abgebürstet und nicht nass geschrubbt. Bei vielen oder breiten Storen kommt schnell eine grosse Zahl Lamellen zusammen, planen Sie dafür genügend Zeit ein.

Sicherheit bei hohen Fenstern und wann sich eine Firma lohnt

Beim Fensterputzen passieren immer wieder Stürze. Lehnen Sie sich nie weit aus dem Fenster und steigen Sie nicht auf Fensterbänke, Stühle oder wacklige Hocker. Verwenden Sie eine stabile Bockleiter auf rutschfestem Untergrund und einen Teleskopstiel für Flächen, die Sie sonst nicht erreichen. Aussenseiten von Fenstern, die sich nicht nach innen öffnen lassen, sollten Sie in oberen Stockwerken nicht selbst reinigen. Ihre Sicherheit ist wichtiger als ein sauberes Glas.

Eine Fensterreinigung durch eine Fachfirma lohnt sich, wenn viele oder grosse Fenster, Wintergärten oder zahlreiche Lamellenstoren zu reinigen sind, wenn Fenster schwer zugänglich sind oder wenn Ihnen schlicht die Zeit fehlt. Auch vor einer Wohnungsabgabe oder nach einer Renovation mit Farbspritzern und Baustaub ist ein Profi oft die sicherere Wahl. Für Fassaden, die nur mit Hebebühne oder Seiltechnik erreichbar sind, braucht es eine spezialisierte Firma.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Warum gibt es nach dem Fensterputzen Streifen?+

Meist wegen Sonne, zu viel Reinigungsmittel oder einer verschmutzten Gummilippe am Abzieher. Putzen Sie im Schatten, mit wenig Mittel und wischen Sie den Abzieher nach jeder Bahn ab.

Was soll zuerst gereinigt werden, Rahmen oder Glas?+

Zuerst Storen, dann Rahmen und Falze, zuletzt das Glas. So tropft kein Schmutzwasser auf die frisch geputzte Scheibe.

Wie oft sollte man Fenster putzen?+

In Privathaushalten genügen meist zwei Reinigungen pro Jahr, etwa im Frühling nach der Pollenzeit und im Herbst. An stark befahrenen Strassen kann öfter nötig sein.

Kann ich Fenster im Winter putzen?+

Ja, aber nicht bei Frost. Bei Minustemperaturen kann das Wasser auf der Scheibe gefrieren. Wählen Sie einen frostfreien, trockenen Tag.